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Hundeleben in Moskau


Der Hartnäckigkeit und zähem Kämpfen der wenigen Tierschutzorganisationen (z.B. „VITA“) und engagierter Bürger in Moskau ist es zu verdanken, dass im Jahr 2002 Bürgermeister Jurij Luschkow das Töten der Straßenhunde durch Abschuss einstellen ließ und 74 Millionen Rubel ( etwa 1,7 Mio. Euro ) in ein Sterilisationsprojekt investiert wurden (Quelle: Berliner Zeitung, Archiv, 12 .02.2008 ).

Diese Summe wurde an Veterinär- Organisationen weitergeleitet, die die Tiere kastrieren, chippen und wieder auf die Straße setzen sollten. Ob das Geld diese Organisationen erreicht hat bzw. ob diese nach den Vorgaben gehandelt haben, wurde niemals einer Kontrolle unterzogen.

Das Sterilisationsprogramm -mit ungeheurem Kraftaufwand der örtlichen Tierschützer ins Leben gerufen, den Behörden vorgelegt und von J. Luschkow abgesegnet- blieb leider ohne nennenswerten Erfolg, denn es scheiterte an gründlicher Organisation und Logistik. Die Anzahl der Hunde wuchs durch natürliche Vermehrung und Aussetzung weiter an.

Bis 2002 wurden Staatsmittel investiert, um die Population der Tiere mittels Giftspritzen zu senken.

Dieses Gift bedeutet aber keine schonende Euthanasie, sondern qualvolles Sterben innerhalb 40 Minuten in vollem Bewußtsein. Die verwendeten Gifte sind in der EU nicht zugelassen.


Besonders dramatisch war die Situation, als sich die Stadt Moskau auf die Endausscheidung am 16.05.09 zum Grand Prix d´ Eurovision vorbereitete. Dem im Mai 2008 beim Song- Wettbewerb errungenen Sieg Russlands folgte im Juli 08 eine Ankündigung der Moskauer Regierung, nun im Zuge der Vorbereitungen dieses Ereignisses die Stadt von Hunden zu säubern.

In dieser Zeit häuften sich auch Berichte und TV- Sendungen, die aggressives Auftreten von Straßenhunden, Verbreitung von Tollwut und unberechenbare Angriffe auf Menschen thematisierten.        Der Gedanke der Manipulation der öffentlichen Meinung liegt nahe, räumt die Stadt selbst ein, der Lage nicht Herr zu werden.

Die Rede ist nun von einem erneuten Aufnehmen der Hundetötungen durch Abschuss, entlohnt von einem Kopfgeld von umgerechnet 5 Euro pro getötetem Hund.

Grauenvolle Bilder von erschossenen Hundemüttern mit saugenden Welpen am Bauch und Videos von äußerst brutalem Vorgehen der Hundefänger erreichten die Öffentlichkeit.

Den Bild- und Filmberichten zufolge erschlagen und erschießen derzeit eiligst gebildete Hundefängerkolonnen, bestückt durch unausgebildete Vollzugsbedienstete, zahlreiche Hunde vor den Augen einer entsetzten Bevölkerung auf die grauenvollste Art und Weise.

Die Behörden begegnen den Vorwürfen empörter Bürger mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Maßnahme, da sich Tollwutfälle und Beissattacken in jüngster Zeit gehäuft hätten.

Mit Unterschriftsammlungen, friedlichen Protesten und Demonstration versuchen zur Stunde Tierschützer sich gegen die behördlichen Maßnahmen zur Wehr zu setzen und vor allem die nationale und internationale Öffentlichkeit über die Geschehnisse zu informieren.

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